Koffer packen leicht gemacht – mit der supersimplen 10-Schritte-Anleitung

06.07.2020 | Christiane Köferl

Ihr Koffer: leicht soll er sein, für jede Stimmung und jedes Wetter das Passende bieten, und Sie möchten ganz wenig Ungetragenes wieder mit nach Hause nehmen. Einfach und schnell geht es mit dieser 10-Schritte-Anleitung. Zusätzliche Top-Pack-Tipps geben weitere Inspirationen.

Koffer packen

Ob große Reise oder ein paar Tage zu Verwandten, es ist jedes Mal dasselbe: Was packe ich ein? Wie viel brauche ich wirklich?

So einfach geht Koffer packen in 10 Schritten:

  1. Packplatz festlegen
  2. Grundsatzfragen beantworten
  3. Schuhe und Jacken wählen
  4. Unterteile wählen
  5. Oberteile wählen
  6. Farben und Kombinationen beachten
  7. Accessoires wählen
  8. Unterwäsche, Socken und Schlafanzug einpacken
  9. Koffer richtig packen
  10. Handgepäck packen

1. Packplatz festlegen

Schaffen Sie einen „Vorfreude auf den Urlaub“-Platz. Dort tragen Sie alles zusammen, was Sie mitnehmen möchten: Reiseführer, Bügelwäsche, die bis zur Reise nicht mehr getragen wird, Lesestoff, Dokumente, Ladekabel, Steckdosen-Adapter und eine „ Was-ich-nicht-vergessen-will-Liste“ mit Stift daneben.

Packplatz zum Koffer packen

2. Grundsatzfragen beantworten

Basis beim Kofferpacken sind stets drei Gedanken, über die Sie sich im Klaren sein müssen. Dann wissen Sie, was Sie einpacken sollen oder nicht:

  1. Wo geht die Reise hin?
  2. Was machen Sie dort? Grundsätzlich: Am Karibikstrand entspannen? Wandern in Norwegen? Dienstreise oder Enkel hüten? An einzelnen Tagen: schick essen gehen, Strand liegen, Kirchen besichtigen, radeln?
  3. Wie wird das Wetter sein? Generell, aber auch: Kann es regnen, nachts kühler werden, ein Wind gehen, sehr heiß sein, müssen Schultern bedeckt sein, was wäre der größte Wetterumschwung …?

3. Schuhe und Jacken wählen

Wenn Sie wissen wohin es geht und was Sie machen werden, wissen Sie welche Schuhe und welche Jacken Sie brauchen. Packen Sie pro Anlass ein Paar Schuhe ein (Wandern, Stadtbummel, Abend und evtl. Hausschuhe). Für eine Besichtigungstour durch italienische Städtchen benötigen Sie nicht ein Paar Stilettos, mit denen Sie im Kopfsteinpflaster kleben bleiben. Ihre schwersten Schuhe könnten Sie auf die Fahrt anziehen, um Koffergewicht zu sparen.

Wie wird das Wetter an Ihrem Reiseziel sein? (Bedenken Sie auch einen plötzlichen Wetterumschwung.) Dementsprechend wählen Sie nun zum passenden Schuhwerk die passenden Jacken.

4. Unterteile wählen

Sobald Sie wissen, welche Schuhe und Jacken Sie mitnehmen, suchen Sie Unterteile wie Hosen, Röcke, Shorts und Kleider, die hier “dazwischen” passen.

Da Sie jedes Unterteil mehrmals tragen können, reichen je nach Dauer der Reise meist 3 – 6 Teile. Ein Kleid zählt als komplettes Outfit. Auch das können Sie mehrmals tragen.

5. Oberteile wählen

Suchen Sie nun zu jedem Unterteil drei passende Oberteile wie Top, Shirt, Poloshirt, Bluse, Pulli – in Lang- und/oder Kurzarmversion. Legen Sie dazu Ihre Unterteile auf Boden oder Bett und die Oberteile daneben. So sehen Sie gleich, was auch gut zu den anderen Unterteilen passt.

Wie viele Teile brauchen Sie insgesamt? Zählen Sie die Tage und nehmen Sie nur so viele Kleidungsstücke mit, dass Sie für jeden Tag ein Outfit haben. Je besser Ihre Teile kombinierbar sind, um so weniger brauchen Sie. Meist reicht pro Urlaubstag maximal ein Oberteil. Denn das ein oder andere Oberteil können Sie bestimmt 2 x tragen, notfalls eine Tube Reisewaschmittel einpacken. 

Wählen Sie eher schlichte, einfarbige Oberteile mit wenig Muster (sofern das Ihrem Stil entspricht!), so können Sie durch den niedrigen Wiedererkennungswert gut mit Accessoires unterschiedliche Optiken und Outfits schaffen.

6. Farben und Kombinationen beachten

  • Legen Sie eine Basisfarbe fest z.B. Blau, Grau, Weiß, Beige, Schwarz. So sind Regenjacke, Schuhe, Tasche und Überziehpulli immer mit all Ihren anderen Unterteilen kombinierbar. Auch bei langen Urlauben nicht mehr als 3 Grundfarben.
  • Wählen Sie Kleidungsstücke, die Sie in Schichten an- oder auszuziehen können. Statt dem dicken Pulli lieber Zwiebellook von leicht bis warm: ein Top, eine Bluse, ein Pullover, ein wärmender Pashmina-Schal.
  • Packen Sie im Zweifelsfall Sachen ein, deren Verlust Sie notfalls verschmerzen könnten, zum Beispiel wenn Ihr Koffer verloren geht.
  • Verzichten Sie auf zu viel neue Kleidung. Bei Altbewährtem kennen Sie die Passform und wissen, was wie kombiniert werden kann. 
  • Spielen Sie mit Accessoires und Schuhen: Tagsüber das Top zu Jeansrock und Sneakers – abends zu eleganter Hose und Pumps mit anderen Ohrringen, Kette, Schal.
  • Machen Sie (Handy-) Fotos von Ihren Kombinationen, um sie sich zu merken.
  • Packen Sie statt fünf Abendkleid-Outfits lieber nur ein Grundteil ein, wie ein schlichtes, elegantes Kleid oder einen Hosenanzug. Dies setzen Sie mit entsprechenden Accessoires wie Schal, besonderer Tasche, aufeinander abgestimmte Kette und Sandalen immer wieder neu in Szene.

7. Accessoires wählen

Accessoires wie Ringe, Ketten, Armbänder, Ohrringe und Tücher bewirken wahre Wunder! Mit Ihnen können Sie schlichte Outfits aufpeppen und wandeln und Ihre persönliche Note hinzufügen. Das Beste: Sie nehmen nicht viel Platz weg!

Das Gleiche gilt für Taschen, sollten Sie Platz haben mehrere einpacken. Ansonsten reichen zwei:

  •  eine „tagsüber“-Tasche, möglichst zum Umhängen, so dass Sie die Hände frei haben
  • eine kleinere Tasche für den Abend oder das Frühstücksbuffet

Wählen Sie diese farblich neutral, damit sie zu all Ihren Schuhen, Hosen, Röcken, Kleidern und Jacken passen.

Tipps – für Kirchenbesuche und windige Ecken

  • Packen Sie einen dünnen Schal in einen DIN-A-6 Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss und diesen in Ihre Handtasche. So wird Ihr Schal nicht schmutzig, kein Schlüssel kann Fäden ziehen. Egal ob nun die Sonne im Straßencafe auf der Haut brennt, es auf der Schifffahrt windig wird oder Sie für den Kirchenbesuch bedeckte Schulter brauchen: Sie sind stets gerüstet.
  • Bei Dienstreisen mit mehreren Ortswechseln könnten Sie all Ihre Schals und Tücher in einzelne Zip-Tüten packen. So müssen Sie nicht immer neu falten, die Tücher sind geschützt, nichts verrutscht beim ständigen Ein- und Auspacken.

8. Unterwäsche, Socken und Schlafanzug einpacken

Hier gibt es nicht viel zu sagen. Einzig, dass wenn Sie mit Gemeinschaftsbad gebucht haben, Sie außer dem heißen Negligé vielleicht auch noch etwas weniger Freizügiges oder einen dünnen Kimono einpacken?

Sollte es kalt werden, packen Sie noch eine Strumpfhose ein, die Sie unter die Hose ziehen können und dicke und dünne Socken. Wer schnell friert zieht einfach dünne Angora Wäsche unter.

9. Koffer richtig packen

Erst sammeln, dann packen. So haben Sie alles im Blick, wissen gleich die richtige Koffergröße. Beachten Sie, dass Ihr Koffer vielleicht auch in Kofferablagen gewuchtet werden muss, Ihnen dennoch Platz für ein paar Urlaubsmitbringsel bleibt.

Markieren Sie Ihren Koffer individuell. So wissen nicht nur Sie bei 5 schwarzen Koffern, welcher Ihrer ist. Auch jemand anderes greift nicht danach! So packen Sie:

  • Koffer hinstellen: Was ist unten? Unten liegen die schweren Sachen wie Föhn, Bücher, Toilettentasche. Entstandene Lücken füllen Sie mit kleinen Dingen wie Badesachen und Socken. BHs polstern Sie mit Unterwäsche aus. Bei Platznot können Sie Socken in die Schuhe stecken.
  • Dann folgen die schweren Hosen und Jacken, danach die leichten Sachen, die schnell knittern.
  • Hosen falten Sie an der Bügelfalte und legen sie mit dem Bund nach unten so in den Koffer, dass dabei die Hosenbeine über den Kofferrand hängen. Auch lange Röcke schauen über den Rand hinaus. Jetzt legen Sie Kleidung darauf. Gerne versetzt. Ist die Kofferrandhöhe erreicht, schlagen Sie die Beine und Rocklängen nach oben ein.
  • Oberteile mit Kragen stapeln Sie versetzt, so dass die Kragen abwechselnd auf die eine oder die andere Seite schauen. Eventuell mit Gürteln die Kragenform stabilisieren.
  • Schals, leichte Shirts und Hosen können Sie auch rollen statt falten (Marie-Kondo-Methode). So knittern die Sachen weniger und können statt übereinander, nebeneinander gelegt werden.
  • Als Abschluss könnten Sie alles mit einem Bade- oder Strandtuch bedecken. So ist der Inhalt geschützt, nichts behindert das Koffer schließen und beim Öffnen fliegen Ihnen keine Kleinteile entgegen.
Tipp

  • Bei wechselnden Übernachtungen: Shirts und Tücher rollen, in einer “Reise-Organizer-Box” nebeneinander legen. Alles bleibt in Form, ob Sie die Box aus dem Koffer nehmen oder nur die Sachen drum herum. Lästiges Aus- und Einpacken und immer wieder neu falten entfällt. Sie sehen auf den ersten Blick alle Farben und Teile, können mit einem Handgriff darauf zugreifen.
  • Am Urlaubsziel Koffer möglichst schnell auspacken, damit sich die Kleidung aushängen kann. Sollte etwas doch knittrig sein, Dusche anmachen und danach im Badezimmer aufhängen. Die beim Duschen entstehende Feuchtigkeit hat glättende Wirkung.
Tücher gerollt in Box

10. Handgepäck packen

In Ihr Handgepäck kommen all Ihre wichtigen persönlichen Dinge wie Reisepass, Kreditkarten, Schmuck, Uhren, Bargeld, elektronische Geräte, die mit Batterien oder einem Lithium Ionen Akku betrieben werden.

Und alles, auf was Sie auf keinen Fall verzichten möchten, sollte Ihr Aufgabegepäck verloren gehen. Deshalb auch immer Zahnbürste, Deo, frisches Shirt und ein Satz Unterwäsche.

Unbedingt Schmuck ins Handgepäck. Denn wir wissen bei jedem Stück wann, wo und von wem wir ihn bekommen haben. Er kann hohen materiellen Wert besitzen, aber auch hohen emotionalen Wert. Geht Ihr Koffer verloren, können Sie Kleidung leichter ersetzen. Um Ihren Schmuck werden Sie weinen.

Für Perfektionisten: weitere 20 Kofferpack-Tipps und Tricks

  1. Informieren Sie sich auf der Hotel-Webseite: Gibt es Handtücher, Bademäntel, Föhn, Duschgel, Shampoo, Wasserkocher. Das spart Platz und Ihr Lieblingstee ist mit dabei.
  2. Reisen Sie im Team? Sprechen Sie ab, wer den Föhn mitnimmt, das Ladekabel, Shampoo etc.
  3. Verreisen Sie zu zweit? Verstauen Sie jeweils Kleidung des anderen im eigenen bzw. anderen Koffer. Geht ein Gepäckstück verloren oder kommt verspätet an, sind Sie durch die  „Notration“ im Koffer des anderen gerettet oder zumindest getröstet.
  4. Entleeren Sie Ihren Geldbeutel. Oder legen Sie sich einen eigenen Urlaubs-Geldbeutel zu, in den Sie nur Ihre Karten umpacken, die Sie wirklich benötigen. 
  5. Überprüfen Sie Reisepass, Führerschein sonstige Unterlagen auf Gültigkeit. Kopieren Sie diese oder scannen sie ein. Kopien mitnehmen oder bei jemandem (oder in der Cloud) hinterlegen, der Ihnen die Unterlagen notfalls mailen kann.
  6. Planen Sie Zeit ein, falls Sie bei der Bank nötige Papiere anfordern müssen und zugesendet bekommen.
  7. Für Fotografen: Foto-Akku schon zuhause aufladen. Freie Speicherkarte mitnehmen.
  8. Halten Sie, wenn Sie gerne und viel reisen, Ihre Toilettentasche immer reisebereit gepackt mit kleinem Shampoo, Duschgel, Deo, eigener Zahnbürste. Nach dem Urlaub gleich wieder reisebereit machen.
  9. Ersetzen Sie Ihre Schminkutensilien bereits, wenn sie nur noch zu einem Viertel gefüllt sind. So schaffen Sie ein griffbereites Reise-Equipment.
  10. Suchen Sie sich für Schmuck und Accessoires ein Behältnis, in dem alles übersichtlich liegt und nichts verheddern kann. Und Sie am Urlaubsort auf alles schnell zugreifen können.
  11. Sammeln Sie Kleinkram in einer extra Box z. B. einer XL-Brotzeitbox. Jedes Reisemitglied weiß dann, Ladekabel, Speicherkarte, Powerbank, Adapter, Kopfhörer, Ohrstöpsel, Taschenmesser, Zeckenzange, Pflaster etc. werde ich dort finden.
  12. Nehmen Sie für Schmutzwäsche einen Stoffbeutel mit, gerne mit Kordelzug, um ihn aufhängen zu können. Bei Familienreisen für jedes Zimmer einen. Und eine Plastiktüte für schmutzige Schuhe und nasses Badezeug.
  13. Packen Sie Reisewaschmittel ein. So lässt sich ein Fleck auch gleich entfernen.
  14. Schaffen Sie für zuhause eine „Reisekiste“. In dieser liegen Nackenkissen, Steckdosen-Adapter, Reisepass-Kopien, das Urlaubstäschchen für den Schmuck, der Reise-Geldbeutel etc.
  15. Schreiben Sie für den Abreisetag eine gesonderte Checkliste, die unmittelbar vor der Abfahrt abgehakt wird. So können Sie in der Aufregung nichts Entscheidendes vergessen: Zahnbürste, Zahnpasta, Schminksachen, Kontaktlinsen, -mittel, Brille, Sonnenbrille, Handy, Bargeld, Geldbeutel, Ticket, Schlüssel.
  16. Notieren Sie sich auf der Reise, was Sie dabei hatten, was fehlte, was Sie beim Packen für den nächsten Urlaub beachten wollen. Oder sprechen Sie es einfach aufs Handy.
  17. Verfassen Sie eine Koffer-packen-Checkliste, das geht auch auf dem Handy. Leben in Ihrem Haushalt mehrere Mitglieder, könnten Sie überlegen ein DIN A5 „Orga-Heft“ anzulegen. Vorteil: jeder kann darauf zugreifen und selbständig anfangen. In diesem Heft könnte auch vermerkt werden, wie viele und welche Semmeln, Käse- und Wurstsorten müssen für den jährlichen Osterbrunch besorgt werden. Wer bekommt alles eine Plätzchen-Tüte, wer eine Weihnachtskarte. Damit sind jährlich wiederkehrende Großereignisse schnell organisiert – und Dinge lassen sich gut delegieren. 🙂
  18. Reisen Sie in der Gruppe mit getrennten Reisekosten? Mit der App Splitwise lassen sich Gruppenausgaben eintragen, Währungen automatisch umrechnen, die Ausgaben der einzelnen Teilnehmer detailliert auflisten.
  19. Möchten Sie ein bestimmtes Reisebudget einhalten? Die App Daily Budget achtet auf der Reise darauf, dass Sie Ihre Ausgaben nachverfolgen können. Rechnet den Betrag, den Sie heute einsparen, dem nächsten Tag zu.
  20. Sie sind im Urlaub! Es muss nicht alles perfekt sein. Üben Sie Unvorhergesehenes locker zu nehmen. Entspannen Sie. Genießen Sie Ihrer Auszeit!

Viel Spaß beim Packen! – Starten Sie rechtzeitig und setzen Sie sich vielleicht einen Zeitrahmen, wann Sie fertig sein möchten. (Hat man fünf Stunden Zeit, braucht man die – hat man nur zwei, schafft man es auch in zwei.) – Dann Sonnenbrille auf die Nase und Ihr Urlaub kann beginnen. Gute Reise!